Stadt Frechen kündigt OGS-Platz wegen Freistellungsantrag

Die Stadt Frechen hat zum 1. Juli einem Kind an der Johannesschule den OGS-Platz gekündigt. Das berichtet das Wochenende Frechen. Zuvor hatte die Stadt – die dafür gar nicht zuständig ist – einen Freistellungsantrag der Mutter wegen eines ausbleibenden Nachweises abgewiesen und sich damit offenbar unter Zugzwang gesehen, als das Kind fernblieb.

Eine Rechtsgrundlage für einen schriftlichen Nachweis ist tatsächlich nicht ersichtlich. Der gesetzlich eigentlich zuständigen Schulleiterin zumindest kommt aber ein überprüfbarer Ermessensspielraum zu, der erst im Februar durch den OGS-Freistellungserlass elternfreundlich konkretisiert worden war.

Statt sich das Leben einfacher zu machen und den verlangten Nachweis beizubringen, wandte sich die Mutter an die Elternvertreter unserer Schule, blieb dort aber unerhört. Anders bei der Landesorganisation, die enge Kontakte in das Schulministerium pflegt und Beistand leistete. Auf Reaktion der ebenfalls angeschriebenen Bürgermeisterin wartet die Familie bis heute. Trotz guter Klageaussichten und aufschiebender Wirkung hat sie sich inzwischen gegen die Frechener OGS entschieden. Zu einer gerichtlichen Aufarbeitung wird es daher nicht mehr kommen.

Die Stadtverwaltung kann also aufatmen, und doch gibt es nach dieser Kraftprobe am Ende nur Verlierer. Denn es bleibt die Frage: Fehlt das Augenmaß in der Abteilung Schule, die hier ein fragwürdiges Exempel statuiert zu haben scheint, oder sollte man als Bürger der Stadt Frechen einfach kuschen, wenn die Obrigkeit durchregiert?

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