Weniger Hausaufgaben für 3. und 4. Klassen in NRW

Was zunächst klingt wie die halbgare Forderung einer pubertären Schülervertretung, hat jetzt die Landesregierung mit Unterstützung des Philologenverbandes in einen Erlass gegossen: Seit Schuljahresbeginn müssen Lehrer in NRW ab dem 3. Schuljahr weniger Hausaufgaben aufgeben als bisher (für die Jahrgangsstufen 1 und 2 bleibt es bei 30 Minuten).

Neu ist auch ein Hausaufgabenverbot für Tage mit Nachmittagsunterricht; das Hausaufgabenverbot für Wochenenden und Feiertage bleibt bestehen. An Ganztagsschulen sind zu Hause schriftlich zu erledigende Aufgaben nunmehr regelmäßig verboten, diese sind innerhalb der in Schule/OGS vorzusehenden Lernzeiten zu bearbeiten. Das war für OGS-Schüler an der Johannesschule von montags bis donnerstags schon bisher so gewesen. Für die Freitage, an denen die OGS bislang keine Hausaufgabenzeit angeboten hatte, wird man sich in Königsdorf nun etwas Neues überlegen müssen.

Im entsprechenden Ministerialerlass (BASS 12-63 Nr. 3) heißt es zu den Hausaufgaben: „Hausaufgaben sind so zu bemessen, dass sie, bezogen auf den einzelnen Tag, in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können:
In der Primarstufe
für die Klassen 1 und 2 in 30 Minuten,
für die Klassen 3 und 4 in 45 Minuten,
in der Sekundarstufe I
für die Klassen 5 bis 7 in 60 Minuten,
für die Klassen 8 bis 10 in 75 Minuten.“

Bislang hatte ein Erlass aus dem Jahr 1974 gegolten (BASS 12-31 Nr. 1), in dem die Dritt- und Viertklässler mit 60 statt nunmehr 45 Minuten zumutbarer Hausaufgabenzeit belastet worden waren (auch für die Klassen 5 bis 10 waren teils erheblich längere Zeiten vorgegeben).

Erklärter Hintergrund der Änderung ist neben der zeitlichen Belastung durch die OGS auch der Druck, der auf der verkürzten 8-jährigen Gymnasialzeit lastet (G8), und zu der weitergehende Reformen zuletzt gescheitert waren.

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